Ursprünglich hielt ich ‘Me-Search’ für einen auf künstlerische Forschung gerichteten Vorwurf, zu sehr die eigene Situation in die Forschung miteinzubeziehen. Es war einfach eine weitere Sache, die künstlerische Forschung nicht sein sollte – davon gibt es ja eine Menge, und als angehende künstlerisch Forschende ist eine der größten Herausforderungen, durch den Dschungel des Was-es-nicht-sein-soll bis zum Was-es-ist zu finden.
Mit etwas mehr Erfahrung würde ich diesem Vorwurf entgegnen: Künstlerische Forschung muss Me-Search sein. Das, was sie gegenüber den anderen Forschungsrichtungen auszeichnet, ist die privilegierte epistemische Position des Subjekts; es sind die besonderen Einsichten, die jemand als Kunstschaffende*r oder als Rezipient*in haben kann, die im Erleben entstehen und nicht in der theoretischen, vom Subjekt abstrahierten Kontemplation. Natürlich kann diese Subjektivität ins Negative umschlagen, in Beliebigkeit und völlige Unkommunizierbarkeit. In diesem Fall würde ich aber einen anderen Begriff empfehlen, der das Problem genauer trifft und nicht einen großen Teil der künstlerischen Forschung als Kollateralschaden miteinschließt – beispielsweise ‘Beliebigkeit’.